Das Familienmotorrad

Wir sind in den Bergen. Hier oben haben wir ein Grundstück, wo Kirschen, Trauben und Äpfel wachsen. Für uns Kinder gibt es jede Menge zu entdecken. Nun ist es schon spät und wir müssen los. Mein Vater steigt als erster aufs Motorrad, dann meine Mutter, seitlich sitzend, dahinter meine zwei jüngeren Brüder und ich ganz hinten auf dem Gepäckträger. So sind wir auch herauf gekommen, denn zu Fuß wäre die Strecke sehr weit. Auf dem steilen, steinigen Weg fährt mein Vater sehr vorsichtig und langsam.

Doch plötzlich versagen die Bremsen der schon alten Maschine und wir sausen immer schneller ins Tal. Uns allen stockt der Atem. Papa klammert den Lenker fest. Die Schrecksekunden werden zu Minuten. Endlich kommen wir unten an und die Erleichterung ist groß. Jetzt, wo die Anspannung sich löst, springen wir von unserem gefährlichen Transportmittel und alle müssen laut lachen.

Im Tal angekommen gehen wir nun doch zu Fuß weiter. Mein Vater schiebt das Motorrad, um weitere Gefahren auszuschließen. Zwei lange Stunden sind wir unterwegs. Als wir zu Hause ankommen, ist die Sonne schon lange hinter den syrischen Bergen verschwunden.

Vater: *1943
Tochter: *1980
Jahr der Szene: 1991

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