Auf Klavierfahrt

Wir wohnen in einem kleinen Dorf auf der Schwäbischen Alb. Wie jeden Mittwochnachmittag setzen mein Vater und ich uns ins Auto. Er bringt mich zum Klavierunterricht in die nächste Stadt unten im Tal. Etwa eine halbe Stunde dauert die gemeinsame Fahrt. Da wir zu Hause fünf Geschwister sind, genieße ich es total, meinen Papa jetzt „nur für mich“ zu haben.

Mein Vater wartet geduldig, während ich mich im Klavier spielen übe. Nach einer dreiviertel Stunde machen wir uns auf den Rückweg. Ich staune immer wieder, wie mein Vater diese Fahrerei trotz seiner vielen beruflichen Termine organisiert. Für mich heißt das, ich bin ihm wichtig.

Vater: *1931, Pfarrer
Tochter: *1956, Sozialpädagogin
Jahr der Szene: 1970/71

Advertisements