Vertrauenssache

Mit einem lauten „Platsch“ lande ich im Wasser. Die Schönheit des ägäischen Meeres ist mir jetzt völlig egal. Angst spüre ich, und Wut. Ich bin total sauer auf meinen Vater, doch dafür ist jetzt keine Zeit. Ich muss schwimmen.

Es klappt. Nach ein paar Sekunden unbeholfenen Strampelns mache ich alles so, wie ich es zuvor mit meinem Vater geübt habe. Dort drüben am Strand hat er mich auf seinen Händen durchs Wasser getragen. Mein Papa steht bereit, um mich jederzeit zurück in das Boot zu retten, von dem aus er mich mit einem fröhlichen „Du auch!“ ins Wasser geworfen hat. Die Rettung ist nicht notwendig.

Neben mir schwimmt mein älterer Bruder, er hat ebenfalls gerade Schwimmen gelernt. Ich schaffe es sogar, mit ihm zurückzuschwimmen. Das fühlt sich toll an. Am Strand ermutigt mein Vater mich, es gleich nochmals zu versuchen. Er traut mir viel zu.

Vater: *1932, Schneider
Sohn: *1969, Dramaturg, Bildungsreferent und Erzieher
Jahr der Szene: 1979

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