Beim Uhrmacher

Mit zwölf Jahren fuhren mein Vater und ich mit dem Auto zum Uhrmacher. Dort kauft er sich eine neue wertvolle Armbanduhr.

Auf der Heimfahrt zieht er die alte Uhr aus und hält sie mir hin. „Willst Du meine alte Uhr haben“, fragt er. Ich bin nicht sonderlich begeistert. Er fragt nach, was los ist. “Ich möchte keine alte Uhr haben. Warum bekomme ich keine neue Uhr?“, erwidere ich meinem Vater.

Wortlos dreht mein Vater an der nächsten Kreuzung mit dem Auto um und fährt zurück zum Uhrmacher. Dort darf ich mir meine eigene neue Uhr aussuchen.

Ich wähle eine kleine Uhr, auch eine Tissot, wie die meines Vaters. Sie hat am Rand ein Drehrad, mit dem eine weitere Zeit eingestellt werden kann. Das schwarze Ziffernblatt schillert magisch im Sonnenlicht.

Vater: *1917, Dolmetscher und Übersetzer
Sohn: *1958, Sprach- und Kulturvermittler
Jahr der Szene: ca. 1970

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