Ein Fahrrad für mich

„Das Fahrrad ist ja gar nicht festgekettet. Nur das Hinterrad ist mit der Kette blockiert“, stelle ich fest. Ich denke mir: „Das darfst Du bestimmt mitnehmen!“

Mühsam schleppe ich das vor dem kleinen Kaufhaus geparkte Rad nach Hause.

„Papa, schau mal, ich habe ein Rad für mich gefunden!“, rufe ich glücklich und voller Stolz. „Endlich habe ich ein eigenes Fahrrad!“ Ich freue mich.

„Oh weh, Du hast das Rad gestohlen. Da ist ja noch eine Kette dran!“, schimpft mein Vater. „Aber es war nirgends angeschlossen“, entgegne ich. „Auch wenn es nicht irgendwo festgeschlossen ist, darf man ein Fahrrad nicht einfach so mitnehmen“, erklärt mir mein Vater. Er fordert mich auf, es zurückzubringen.

Reumütig schiebe ich das Fahrrad wieder zum Laden zurück und stelle es dort ab, wo ich es gefunden habe.
Vater: *1938, Transportmitarbeiter in einem Krankenhaus
Tochter: *1969, Erzieherin
Jahr der Szene: ca. 1976

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s